Montag, 30. August 2010

Abel Tasman National Park 2.-8. Juli

Frisch ausgestattet für den Abel Tasman National Park erreichen wir Motueka und checken im White Elephant ein. Wir bekommen eine nette Cabin mit Ensuite und Platz genug zum Umpacken für die 4-Tagestour, die wir geplant haben. Eine hübsche Katze hat das wohl auch mitbekommen und zieht spontan mit ein.

White Elephant - hübsches Hostel in Motueka

Unsere Route soll von Marahau zur Bark Bay Hut, von dort zur Awaroa Hut, weiter zur Whariwharangi Hut und am letzten Tag über den Inland Track zurück nach Totaranui gehen. Insgesamt ca. 60km in 4 Tagen. Die Hütten haben wir im DOC in Nelson gebucht. Das DOC ist das Department of Conservation und kümmert sich von Naturschutz über Jagdlizenzen bis hin zur Instandhaltung der Hütten um alles in NZ. Das kommt daher, dass das neuseeländische Wandernetz auf ehemaligen angelegten Jagdpfaden liegt. Diese waren nötig, um das sich explosionsartig vermehrte Wild (Schweine, Ziegen, Rotwild) unter Kontrolle zu bekommen. Später wurden die Hütten und Wege auch zur Erholung genutzt. Ebenso haben wir ein Watertaxi gebucht, das uns am Ende unserer Tour abholt und wieder nach Marahau bringt.

Am Abend vor der Abreise braten wir Zwiebeln und Hackfleisch an, um am ersten Stopp Spaghetti Bolognese kochen zu können. Macht immer einen guten Eindruck den anderen gegenüber. Für die nächsten Tage sind gefriergetrocknete Backcountry-Mahlzeiten eingeplant. Dazu Salami, Käse, Pumpernickel zum Lunch. Zum Frühstück gibt es Müsli mit Sojamilch-Pulver und Weetbix. Weetbix sind eine der NZ Frühstückszutaten: ein Riegel aus gepressten Vollkornflocken.

Leider schlägt über Nacht bei mir eine Erkältung zu und legt mich flach. Aber es geht alles ganz gut aus: Wir buchen ein Watertaxi zum zweiten Stopp für den nächsten Tag, packen die Lebensmittel neu und verlängern im Hostel um einen Tag. Ein sonniger, warmer Tag, gute Pflege von Christine und die Gesellschaft der Katze lassen mich wieder rasch genesen.

Startklar im Watertaxi

Am nächsten Morgen geht es los! Wir fahren früh morgens nach Marahau und parken unser Auto auf dem Parkplatz der Watertaxi Company. Weil es nachts kalt werden soll, prangt auf meinem Rucksack zusätzlich eine zusammengerollte Fleecedecke. Ich hoffe die Anwesenden vermuten, dass ich mehr nicht brauchen würde, Kiwi-Style. Der Schlafsack ist im Rucksack vor den Blicken verborgen.

Auf dem Weg zum ersten Stopp setzen wir eine Gruppe Tagestouristen in der Torrent Bay aus, die direkt den 4-Stunden-Weg nach Marahau zurückwandern. Der Bootsführer vergisst nicht, uns vorher am Wahrzeichen vorbeizuschippern: Dem Split Appel, einer netten Felsformation.

Split Appel Rock - runder Fels, in der Mitte gespalten

Wir werden in der Bark Bay ausgesetzt. Trockenen Fußes, was leider eine halbe Stunde extra Marschzeit bedeutet. Überhaupt müssen wir uns an nasse und kalte Füße gewöhnen! Dafür ist das Wetter großartig: Sonne und Wärme mitten im Winter. Die Suche nach der Abkürzung, die nur bei Ebbe möglich ist, beginnt und endet immer an irgendeinem Fluss oder Bach, der über das Watt fließt und zu tief zum Durchlaufen ist. Wir entscheiden uns dann doch für die alternative Flut-Route.

Kein Tunnel, nur der Übergang in den Busch

Der Track führt durch den Busch und am Strand zwischen vielen Buchten entlang. Zwischendurch sind steile Anstiege zu überwinden, wenn es über ein Kliff zur nächsten Bucht weitergeht. Die Strandstrecken erweisen sich allerdings als ganz besonders kräftezehrend, da man immer so tief einsinkt.

on the beach

Ziemlich erledigt erreichen wir die erste Hütte in Awaroa Bay, in der schon der Ofen an ist und die ersten Wanderer sich eingerichtet haben. Insgesamt sind wir nicht mehr als zwei handvoll. Ziemlich wenig los zu dieser Jahreszeit. Eine kurze, mehr rituelle Waschung im Freien am Waschbecken erfrischt ungemein.

Awaroa Bay Hut - Abel Tasman Coastal Track

Der Tag verabschiedet sich mit einem fantastischen Sonnenuntergang, danach wird es stockfinster. Der Ofen bullert schön vor sich hin und ein paar Jungs sorgen dafür, dass niemandem kalt wird, indem sie kontinuierlich nachlegen.

Sonnenuntergang in der Awaroa Bay

Am nächsten Morgen verlassen wir als letzte die Hütte. Ein Blick zurück offenbart: Alles sauber, ordentlich und das Holz ist nachgefüllt. Tramper-Ehre. Die nächste Etappe ist nur bei Ebbe begehbar. Trotzdem passiert das, was wir unbedingt vermeiden wollten: Trotz Warten auf den tiefsten Stand kommt über einen Fluss permanent Wasser nachgeströmt und wir müssen die Schuhe ausziehen und einen Teil durchwaten. Nach ca. 5 Minuten spürt man den Kälteschmerz aber nicht mehr und es geht fröhlich weiter. Später steht wieder die Sonne hoch am Himmel, vertreibt die morgentliche Kälte und belohnt uns mit extra blauem Himmel. Auf der weiteren Strecke entedecken wir DEN Picknickspot und nutzen die Möglichkeit zur Lunchpause. Von der anderen Richtung kommt uns ein Pärchen aus Auckland entgegen. Nett wie wir sind, übergeben wir unseren Sitzstein nach einem kurzen Gespräch und ziehen weiter. Wieder geht es hoch und runter, durch tolles Buschgelände und immer mal wieder an fantastischen, einsamen Stränden entlang. Bald kommen wir zum Campingplatz in Totaranui wo wir unsere Wasserflaschen endlich auffüllen können.

eine Straße, viele Bäume...

Kurz zuvor begegnete uns eine weitere Wanderin. Alleine, gehetzt und auf dem Weg nach Awaroa. Wir versuchen sie dazu zu überreden umzukehren, da sie erst bei Dunkelheit und bei Flut in der Bucht ankommen wird, dann nicht mehr in die Hut kann und es keinen Shelter gibt. Doch sie läuft weiter. Wir hoffen, dass es ihr wie den anderen unvorbereiteten, schlecht ausgerüsteten Jugendlichen geht, die wir immer mal wieder antreffen: Dass ihr Glück ihnen irgendwie das Leben rettet, dass es nicht regnet und sie nicht erfrieren oder sie sich nicht den Knöchel brechen in ihren Schühchen.

Wieder geht es teils steil bergan, auf den vielleicht einsamsten Teil des Tracks. Weiter als bis Totaranui fährt kein Watertaxi und so ist hier auch im Sommer einigermaßen Ruhe. Auf einem Campingplatz, der für die Kajakfahrer angelegt ist, machen wir die letzte Rast und entdecken einen Seelöwen im Wasser, der parallel zum Strand entlang schwimmt. Zwar gelingt uns kein Foto, aber trotzdem rennen wir ihm hinterher, um herauszufinden, warum er es so eilig hat. Leider ohne Erfolg. Gestärkt geht es auf die letzte Etappe des heutigen Tages. Nach einem steilen Abstieg öffnet sich ein Felsenfenster auf ein beindruckendes Arrangement der Natur.

Blick durch`s Felsenfenster

Wenig später geht es nochmal bergan, man kann das Ende des Parks erahnen und wir wissen, dass es nun zur letzten Hütte geht. Über ehemaliges Farmland geht es bergab und wir kommen an die vielleicht schönste Hütte Neuseelands. Ein zur Hut umgebautes Farmhaus von ca. 1890.

Whariwharangi Hut

Wieder brennt der Ofen, draußen sitzt in unbekanntes Pärchen in der Sonne und wir trinken erstmal einen Kaffee. In der Hütte treffen wir auf die Belgierin, der wir schon zuvor begegnet sind. Sie sitzt wieder direkt neben dem Ofen und lässt sich da auch für die Nacht nieder. Da die Holzbox leer ist, hacke ich draußen genügend Scheite für 5 Nächte und wir richten uns im 1. Stock über dem Ofen ein. Schnell wird es warm und wir kommen im Gemeinschaftsraum bei Kerzenlicht ins Gespräch.

timber sport

Als alle ins Bett gehen, beschließt die Belgierin neben dem Ofen zu schlafen, um nachts nicht zu frieren. Gegen 3 Uhr wachen Christine und ich auf: Es hat sicher über 30 Grad in unserem Zimmer und unten hören wir permanent die Ofentür auf- und zugehen. Die Wärme steigt nach oben und wir liegen wie auf dem Grillrost, trotz Nachtfrost und schlechter Isolierung.
Morgens dann die Überraschung: Was für 5 Nächte gereicht hätte, wurde in einer Nacht verfeuert! Meine Erklärungen, dass ein Ofen dann am Besten heizt, wenn die Tür zu ist, wurden ignoriert und so war alles Holz von ihr in der Nacht verfeuert worden. Zu meinem Entsetzen berichte sie, dass ihre Vorräte nachts von einer Maus angenagt worden seien. Sie hatte eine 8-Tagestour geplant, um das Watertaxi zu sparen, war alleine unterwegs und hatte an Lebensmitteln: 8 Bananen und Äpfel zum Frühstück, 32 Scheiben Brot und 8 Dosen Thunfisch zum Mittag- und Abendessen. Das ist zu wenig. Außerdem fragte sie ständig, ob wir wüssten, wie das Wetter würde. Als Erklärung kam dann, dass sie keine Regensachen und nur die Jeans, die sie anhat, dabei hätte. Noch jemand, den ich an seinen Schutzengel empfohlen habe.

Bevor wir aufbrechen, erkunden wir die Gegend und entdecken alte Landwirtschaftsgeräte und weitere Ruinen. Wieder als letzte, aber bei bestem Wetter und nach Müsli und Kaffee verlassen wir etwas traurig die Hütte - hier wären wir gerne 2 Nächte geblieben - und folgen dem Wegweiser zum Inland Track zurück nach Totaranui. Zuerst geht es steil bergauf, aber die Aussicht entschädigt für alles.

nice view

Außerdem kommen wir an einen Platz an dem es ein fantastisches Echo gibt. Nach einigem Rumalbern geht es weiter und wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. In alle Richtungen sieht es toll aus!

Rundumsicht auf dem Gibbs Hill Track

Auf dem höchsten Punkt, dem Gibb's Hill, nach einem letzten Anstieg machen wir in der Mittagshitze Pause, genießen die Aussicht und leeren unsere Wasserflaschen. Fast 1,8l hatten wir pro Person dabei. Zum Glück ist es nicht mehr allzuweit bis nach Totaranui. Mit der Hitze haben wir allerdings auch nicht gerechnet. Genauso wenig damit, bis zur Nordinsel und zum nördlichsten Zipfel der Südinsel blicken zu können.

In Totaranui haben wir noch viel Zeit und kochen wieder einen Kaffee. Entspannt warten wir auf das Watertaxi, das uns auf dem Rückweg noch bei einer Seelöwenkolonie vorbeifährt und uns bei einem eher unspektakulären Felsloch über die Nordinsel und die Australier aufklärt:

"Ehemals war Neuseeland eine einzige Insel. Diese spaltete sich in drei auf. Der größte Teil ist weit abgedriftet, heißt heute sowas wie Australien und ist recht unbedeutend. Der andere Teil, nördlich von hier, heißt Schweineland und die Bewohner Schweineländler. Am wichtigsten und tollsten ist aber die Südinsel, wo wir leben. Der einzige Nachteil ist, dass die Schweineländler durch ihr Felsloch mit dem Schiff durchfahren können. Wir in ca. 10.000 Jahren aber auch."

Auf dem weiteren Weg wird noch viel gelacht und wir bekommen Kekse während wir einzelne Gruppen einsammeln. Abends fallen wir wieder im White Elephant ein und beenden die Tour beim Inder mit wirklich gutem Essen.

Die Schutzengel haben es gut mit allen gemeint: Unsere Regensachen und die Fleecedecke haben wir völlig umsonst mitgeschleppt.

Montag, 23. August 2010

Südinsel ab 28. Juni

In Picton haben wir den Hot Spa des Hostels genutzt, der ein gerechter Ausgleich für den verregneten Nachmittag war.
Am nächsten Tag waren wir mit Tanya und Shayne in Anakiwa verabredet. Haben uns vorgestellt, das Hostel angesehen und scheinbar einen guten Eindruck gemacht, denn am nächsten Tag - wir waren auf dem Weg nach Nelson - kam die Nachricht, dass die beiden uns gerne hier hätten, während sie in Urlaub sind. Wir wollten vorher noch möglichst viel von der Südinsel sehen und haben sofort angefangen, die Viertagestour Abel Tasman zu planen.

Kurz vor Nelson.

In Nelson konnten wir alles dafür einkaufen, die Hütten und das Watertaxi buchen und es blieb sogar noch Zeit, zum Zentrum Neuseelands zu laufen (durch den Park und auf den Hügel) und festzustellen, dass wir die Stadt mögen.

Cafékultur in Nelson

The Rolf in his Wurstwagen!

Eine kulinarische Besonderheit bieten Wurstwagen und -laden limited, die europäische Leckereien von Thüringer Bratwurst bis Appenzeller Käse anbieten. Bei jeden Besuch in Nelson planen wir Lunch beim deutschen Metzger Rolf ein, getreu dem Motto:

Know your Wurst???

Wellington 18.-28. Juni

Bevor wir weitermachen die News des Tages: Wir sind alle Gewinner!!!

Auf dem Weg nach Wellington sind wir durch Dannevirke gekommen, wo ein riesiger Plastikwikinger unsere Aufmerksamkeit auf sich zog. Dieser prankt aus einfachem Grunde über der i-Site: Vor ein paar Jahrzehnten sind eine Hand voll Dänen nach Dannevirke gezogen und versuchen seit dem, den Ort populär zu machen, der darüber hinaus aber nichts zu bieten hat. Drum sind wir nach dem Mittagessen beim Asiaten schnell weitergefahren. Gefreut haben wir uns über "Tuiwood", als wir an der Tui Brauerei vorbeigekommen sind. Trinken wir oft, das Bier, und es war schön den Brauereiturm der auf jeder Flasche ist, mal in echt zu sehen.
Da die Hostels in Wellington allesamt keinen so guten Ruf haben und uns danach war, mal wieder irgendwo eine ganze Woche zu bleiben, haben wir uns etwas außerhalb in Mana ein nettes Plätzchen gesucht, einen günstigen Wochenpreis bekommen und sowohl Wellington, als auch die Umgegend von dort aus erkundet.

Drüben auf dem Hügel möcht` ich sein... Blick auf Wellington

Der erste Nachmittagsausflug führte zu "Stonehenge Aotearoa". Auf der Hinfahrt war uns ein Wegweiser mit dieser Aufschrift aufgefallen, was im Reiseführer aber nicht erwähnt wird. Hm - wir dachten, dass es sowas auf dieser Seite der Welt nicht gibt. Haben dann auch keine alten Steine vorgefunden, sondern eine stonehengeähnliche Konstruktion aus Beton.

Stonehenge Aotearoa

Besucherzielgruppe sind keine Touristen, sondern wissenschaftlich oder druidisch interessierte Leute. Davon haben wir ganz viele getroffen, die alle vor dem Eingangshäuschen wartend versammelt waren. Zufällig waren wir genau zur Wintersonnenwende dort und die vielen verkleideten Menschen treffen sich hier halbjährlich, um solche Ereignisse zu zelebrieren. Wir haben uns weiter durchgefragt und sind eingeladen worden, an der Zeremonie teilzunehmen, die gleich beginnen sollte. Und so fanden wir uns plötzlich im Kreis der etwas chaotisch organisierten Kiwi-Druiden wieder, die bei Sonnenuntergang zwischen Betonpfeilern den Mächten aus Süden, Westen, Norden und Osten dankten, dabei die Himmelsrichtungen vertauschten und viel gelacht haben...

Miraculix ist leider hinter dem Obelisk versteckt

Die Sonne hat tatsächlich genau die Schatten geworfen, die für die Konstruktion errechnet wurden. Das Schauspiel war viel interessanter als meine Erinnerung an das englische Stonehenge, denn man darf darin herumlaufen, kann die Soundeffekte ausprobieren und bekommt eine ausführliche Zeichnung an die Hand, die erklärt, wie das mit Sonne, Mond, Sternen und den Schatten so funktioniert.

Der Besuch in Wellingtons größtem Museum Te Papa war sehr beeindruckend. Obwohl wir dort den ganzen Tag verbracht haben, haben wir noch lange nicht alles gesehen. Ausgestellt ist einfach alles von maorischer Kultur bis erdbebensichere Gebäude.
Mindestens genauso interessant war es in den Weta Caves. Man kann das Filmstudio zwar nicht richtig besichtigen, aber es gibt einen kleinen Ausstellungsraum und einen kurzen Film, der das komplette kreative Spektrum der Entstehung von Lord of the Rings zeigt. Ausgestattet mit einem locations guide haben wir dann einige Drehorte des Films aufgesucht. Damit nicht noch mehr Leute Profit davon machen können, sind die Plätze überhaupt nicht ausgeschildert und man muss richtig suchen, selbst wenn man die entsprechende Filmszene im Kopf hat.

Isengard heute - Harcourt Park
Eine leicht andere Grasfarbe markiert den Weg den Gandalf damals zu Sarumans Turm geritten ist.

Hobbits Hole - Mt. Victoria
Hier suchten die Hobbits schutz vor dem Nazgul, als sie das Auenland verlassen. Der Baum im Film ist digital eingefügt worden und sieht genau aus wie der in der alten Comicverfilmung (Danke Flo für die Info!)

Gimlis Kostüm - in den Weta Caves

River Anduin - Christine am Hutt River
Im Hintergrund schön zu sehen: vieles war zentral und nah an den Studios und sah nur in die andere Richtung einsam aus. Die Gefährten paddeln hier am Ende des 1. Teils entlang.

Rohan River - etwas weiter oben am Hutt River
Hier wurde Aragorn, Aratorns Sohn, Izildurs Erbe verletzt im 2. Teil angespült.

Helms Klamm - ein aktiver Steinbruch

Der schönste Herr der Ringe Ausflug ging zu Cape Palliser. Es hatte genau im richtigen Zeitpunkt aufgehört zu regnen, so dass wir gemütlich zu den gigantischen Felsformationen spazieren konnten. Sie haben sich durch Auswaschungen gebildet und ab und zu hört man hinter oder vor sich Geröll abbröseln.

Dimholt Road - Putangirua Pinnacles
Aragorn, Gimli und Legolas suchen die Armee der Toten auf, im dritten Teil.

Weiter an der Küste entlang kommt man durch einen Ort, wo eine rostige Mischung alter Traktoren steht, die dazu verwendet wurden, Boote aus dem Wasser zu ziehen.
Nicht weit davon haben wir eine Sealkolonie beobachtet und den Leuchtturm gesehen.

Cape Palliser

Zurück im Hostel sind wir zum ersten Mal für den Tag Menschen begegnet.

Wir hatten in dieser Woche einige Regentage, aber da wir immer mal wieder eine Nacht mit Fußballgucken beschäftigt waren, kam es uns sehr gelegen, auch mal tagsüber zu faulenzen.

Das waren zweieinhalb Monate Nordinsel. Als wir mit der Fähre nach Picton übergesetzt sind, hätte ich nicht gedacht, dass das noch zu toppen ist...

off we go...

Freitag, 13. August 2010

Reisebericht - continued: Rotorua II & Napier 9.-18. Juni

Wir hatten unsere ersten Gäste! Ein deutsches Pärchen, die einfach so kamen, und zwei Kiwis aus Christchurch, die dem schlechten Wetter entfliehen wollten. Besonders mit letzteren haben wir uns hervorragend verstanden und konnten sie sogar zu einer weiteren Nacht überreden. Dabei haben wir die Adressen und Einladungen nach Christchurch bekommen.
Bis Gestern hat auch das Wetter toll mitgespielt und wir haben nicht nur Farbe bekommen, sondern der Bogen ist auch fertig geworden. Zeit für ein neues Projekt. Erstmalst sind wir als Selbstversorger aktiv geworden und haben uns am Steg Muscheln geholt. Dazu muss man mit dem Bötchen heranfahren, weil an den einfachen Stellen schon alles abgeerntet ist. Die Zubereitung ist im Vergleich zu gekauften Muscheln zwar aufwendiger, aber man freut sich um so mehr darauf.
Seit heute regnet es allerdings wie aus der Gießkanne und zwar seit über 12 Stunden! Ein Ende ist nicht in Sicht.

Aber nun endlich zum Reisebericht:

Nachdem wir das Northland verlassen haben sind wir auf einen zweiten Besuch nach Rotorua. Der eigentliche Zweck war ein Check am Auto, aber wir haben die Zeit auch anderweitig genutzt und eher unübliche Dinge besucht:

Z.B. den Wingspan Trust der sich um die Versorgung verwundeter Raubvögel und deren Aufzucht kümmert. Übrigens die einzige neuseeländische Falknerei, die natürlcih täglich auch eine Vorführung macht. Eine schöne Gelegenheit, den seltenen New Zealand Falcon zu sehen und auf die Hand zu nehmen.

New Zealand Falcon - schnell wie eine Rakete!

Wenn man die Zeit hat, sollte man einmal um den Lake Rotorua herumfahren. Dabei ist ein Stopp in Hamurana Pflicht! Man überquert einen flachen, selbst für neuseeländische Verhältnisse extrem klaren Fluß. Folgt man diesem, kommt man nach ca. 15min Fußweg an den Ursprung: eine einzige Quelle, aus der pro Sekunde 1250l Wasser entspringen und die direkt einen See bildet, da sie in einem ca. 15m tiefen Loch entspringt. Münzen reinwerfen bringt vielleicht Glück, aber auf jeden Fall Spaß, da es sehr lange dauern kann, bis die Münze irgendwo landet. Einmal im Jahr werden sie rausgefischt und kommen einem guten Zweck zu.

Dank der Spiegelung erkennt man, dass hier Wasser fließt.
Hat man dann noch nicht genug, sollte man die Gelegenheit nutzen ein Löwenbaby zu streicheln. In Neuseelands einziger Löwenzucht mit angeschlossenem Zoo. Ein besonderes Fest sind die wilden Vögel, die es gelernt haben den Besuchern das Tierfutter zu klauen und einem aus der Hand fressen.

Noch isser lieb...
Ein Spaziergang im Redwood Forest darf natürlich bei keinem Besuch fehlen.

Am Waldesrand steht ein kleines Bäumchen
Anschließend ging es weiter nach Napier. Die Straße dorthin bietet grandiose Aussichten und am einzigen Lookout sollte man nicht nur abbiegen sondern am Ziel auch aussteigen. Aus dem Auto sieht man den spektakulären Wasserfall nämlich nicht! Was uns beinahe und Leuten im später kommenden Auto auf jeden Fall passiert ist. Das Bild wird euch aber erspart.

Markus


Der Highway von Rotorua nach Napier führt lange durch bewaldete Hügel, bei deren Anblick man Lust bekommt, sie zu durchstreifen. Ein Großteil der Strecke bietet aber weder die Möglichkeit anzuhalten, noch gibt es sonst irgendwas zu sehen außer Wald, Wald, Wald. Sehr schön und für mich auch passend, da ich gerade "Der kleine Hobbit" lese und die Landschaft hier öfters wie die Kulisse dazu ist.
In Napier haben wir bei einem schönen Spaziergang noch mal ordentlich Sonne abbekommen.

Markus und Rosemary

An den vielen bunten Art Déco-Häusern in der Innenstadt sind wir vorbei durch einen Park den Hügel hoch, von wo man nicht nur eine top Aussicht auf den Hafen hat, sondern auch ewig weit die Küste entlang sehen kann. Auf dem Weg haben wir auch eine Frau aus Malta getroffen, die ganz entzückt war, dass wir ihre Insel kennen:-)

typischer Art Déco-Anblick in Napier

Am Abend haben wir uns im Spa entspannt, bei 38 Grad Wassertemperatur kühle Napier Nachtluft geschnuppert und den neusten Kiwitratsch mitbekommen.
Am nächsten Tag haben wir an einer so genannten Weintour teilgenommen: drei Wineries besichtigt und deren Wein probiert, Vineyards gezeigt bekommen und zwischendurch ganz viele Infos erhalten, z.B. dass um den Wein vor Frost zu schützen, manchmal sogar Helikopter eingesetzt werden, die die wärmere Luft zu den Reben wirbeln.

Schafe überall, sogar im Vineyard

Die Weine waren fast alle lecker (pro Winery 5-8 Sorten probiert), aber ich habe mich noch immer nicht an den Gedanken gewöhnt, dass es nur eine einzige Winery in NZ gibt, die ihren Wein ohne Hilfe von Fisch-, Ei- oder Milchprodukten herstellt.

Frühstück im Groove Kitchen, New Zealands famous award winning Café in Napier

Ansonsten ist Napier wenig spektakulär; nach Sonnenuntergang fällt die Weihnachtsbeleuchtung auf - davon haben wir schon berichtet.
Auf der Weiterreise Richtung Wellington haben wir noch einen Stopp bei "Te Mata Peak" gemacht, ein Hügel mit fantastischer Aussicht nicht weit von Hastings, wo man schöne kleinere Spaziergänge machen kann.

Blick von Te Mata Peak

Hatte dort das Gefühl, in einer Märklin-Landschaft zu stehen.

Christine