Montag, 23. August 2010

Wellington 18.-28. Juni

Bevor wir weitermachen die News des Tages: Wir sind alle Gewinner!!!

Auf dem Weg nach Wellington sind wir durch Dannevirke gekommen, wo ein riesiger Plastikwikinger unsere Aufmerksamkeit auf sich zog. Dieser prankt aus einfachem Grunde über der i-Site: Vor ein paar Jahrzehnten sind eine Hand voll Dänen nach Dannevirke gezogen und versuchen seit dem, den Ort populär zu machen, der darüber hinaus aber nichts zu bieten hat. Drum sind wir nach dem Mittagessen beim Asiaten schnell weitergefahren. Gefreut haben wir uns über "Tuiwood", als wir an der Tui Brauerei vorbeigekommen sind. Trinken wir oft, das Bier, und es war schön den Brauereiturm der auf jeder Flasche ist, mal in echt zu sehen.
Da die Hostels in Wellington allesamt keinen so guten Ruf haben und uns danach war, mal wieder irgendwo eine ganze Woche zu bleiben, haben wir uns etwas außerhalb in Mana ein nettes Plätzchen gesucht, einen günstigen Wochenpreis bekommen und sowohl Wellington, als auch die Umgegend von dort aus erkundet.

Drüben auf dem Hügel möcht` ich sein... Blick auf Wellington

Der erste Nachmittagsausflug führte zu "Stonehenge Aotearoa". Auf der Hinfahrt war uns ein Wegweiser mit dieser Aufschrift aufgefallen, was im Reiseführer aber nicht erwähnt wird. Hm - wir dachten, dass es sowas auf dieser Seite der Welt nicht gibt. Haben dann auch keine alten Steine vorgefunden, sondern eine stonehengeähnliche Konstruktion aus Beton.

Stonehenge Aotearoa

Besucherzielgruppe sind keine Touristen, sondern wissenschaftlich oder druidisch interessierte Leute. Davon haben wir ganz viele getroffen, die alle vor dem Eingangshäuschen wartend versammelt waren. Zufällig waren wir genau zur Wintersonnenwende dort und die vielen verkleideten Menschen treffen sich hier halbjährlich, um solche Ereignisse zu zelebrieren. Wir haben uns weiter durchgefragt und sind eingeladen worden, an der Zeremonie teilzunehmen, die gleich beginnen sollte. Und so fanden wir uns plötzlich im Kreis der etwas chaotisch organisierten Kiwi-Druiden wieder, die bei Sonnenuntergang zwischen Betonpfeilern den Mächten aus Süden, Westen, Norden und Osten dankten, dabei die Himmelsrichtungen vertauschten und viel gelacht haben...

Miraculix ist leider hinter dem Obelisk versteckt

Die Sonne hat tatsächlich genau die Schatten geworfen, die für die Konstruktion errechnet wurden. Das Schauspiel war viel interessanter als meine Erinnerung an das englische Stonehenge, denn man darf darin herumlaufen, kann die Soundeffekte ausprobieren und bekommt eine ausführliche Zeichnung an die Hand, die erklärt, wie das mit Sonne, Mond, Sternen und den Schatten so funktioniert.

Der Besuch in Wellingtons größtem Museum Te Papa war sehr beeindruckend. Obwohl wir dort den ganzen Tag verbracht haben, haben wir noch lange nicht alles gesehen. Ausgestellt ist einfach alles von maorischer Kultur bis erdbebensichere Gebäude.
Mindestens genauso interessant war es in den Weta Caves. Man kann das Filmstudio zwar nicht richtig besichtigen, aber es gibt einen kleinen Ausstellungsraum und einen kurzen Film, der das komplette kreative Spektrum der Entstehung von Lord of the Rings zeigt. Ausgestattet mit einem locations guide haben wir dann einige Drehorte des Films aufgesucht. Damit nicht noch mehr Leute Profit davon machen können, sind die Plätze überhaupt nicht ausgeschildert und man muss richtig suchen, selbst wenn man die entsprechende Filmszene im Kopf hat.

Isengard heute - Harcourt Park
Eine leicht andere Grasfarbe markiert den Weg den Gandalf damals zu Sarumans Turm geritten ist.

Hobbits Hole - Mt. Victoria
Hier suchten die Hobbits schutz vor dem Nazgul, als sie das Auenland verlassen. Der Baum im Film ist digital eingefügt worden und sieht genau aus wie der in der alten Comicverfilmung (Danke Flo für die Info!)

Gimlis Kostüm - in den Weta Caves

River Anduin - Christine am Hutt River
Im Hintergrund schön zu sehen: vieles war zentral und nah an den Studios und sah nur in die andere Richtung einsam aus. Die Gefährten paddeln hier am Ende des 1. Teils entlang.

Rohan River - etwas weiter oben am Hutt River
Hier wurde Aragorn, Aratorns Sohn, Izildurs Erbe verletzt im 2. Teil angespült.

Helms Klamm - ein aktiver Steinbruch

Der schönste Herr der Ringe Ausflug ging zu Cape Palliser. Es hatte genau im richtigen Zeitpunkt aufgehört zu regnen, so dass wir gemütlich zu den gigantischen Felsformationen spazieren konnten. Sie haben sich durch Auswaschungen gebildet und ab und zu hört man hinter oder vor sich Geröll abbröseln.

Dimholt Road - Putangirua Pinnacles
Aragorn, Gimli und Legolas suchen die Armee der Toten auf, im dritten Teil.

Weiter an der Küste entlang kommt man durch einen Ort, wo eine rostige Mischung alter Traktoren steht, die dazu verwendet wurden, Boote aus dem Wasser zu ziehen.
Nicht weit davon haben wir eine Sealkolonie beobachtet und den Leuchtturm gesehen.

Cape Palliser

Zurück im Hostel sind wir zum ersten Mal für den Tag Menschen begegnet.

Wir hatten in dieser Woche einige Regentage, aber da wir immer mal wieder eine Nacht mit Fußballgucken beschäftigt waren, kam es uns sehr gelegen, auch mal tagsüber zu faulenzen.

Das waren zweieinhalb Monate Nordinsel. Als wir mit der Fähre nach Picton übergesetzt sind, hätte ich nicht gedacht, dass das noch zu toppen ist...

off we go...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen